Die Geschichte des Ski-Weltcups am Großen Arber

Als einer der bekanntesten Skifahrer des Bayerischen Waldes, der Eisensteiner Erhard Gattermann Mitte der 60er-Jahre auf seinem Weg zum Arber einen Wanderer zur Mitfahrt in seinem Auto einlud, konnte er nicht ahnen, dass er den Grundstein zu einer sensationellen Entwicklung der alpinen Skiveranstaltungen am Arber legte.

Im Gespräch bei der kurzen Fahrt zeigte sich, dass Erhard Gattermann einen begeisterten tschechische Skifahrer, Pavel Bartovsky aus Pilsen aufgelesen hatte. Die Begegnung führte schließlich zur Einladung einer Abordnung des Skigaues Bayerwald durch die Pilsner Skisportler zu einem Rennen am Spicak. Weltcup Grosser ArberDer Skigau Bayerwald sprach selbstverständlich eine Gegeneinladung aus und trotz des damaligen Eisernen Vorhangs gelang es, die Pilsner Freunde zu einer Teilnahme an einem Slalomrennen am Großen Arber zu gewinnen.

Schließlich war es bei weiteren Rennen sogar möglich, Läufer aus Österreich zu animieren und aus dem ehemaligen „kleinen Slalom“ wurde allmählich eine internationale Veranstaltung.

Im Winter 1968/1969 kam mit den Östereichern kein geringerer als der vielfache Olympiasieger und Weltmeister Toni Sailer aus Kitzbühl als Coach zum Arber. Dieser bestätigte dem damaligen Abteilungsleiter Ernst Schneider vom SC Zwiesel, dass die Organisation und das Gelände des Arber durchaus für "höhere" Aufgaben geeignet wären. Dieser Erfolgsweg führte weiter über die Ausrichtung von FIS-B-Rennen, Europa-Cup Rennen und schließlich zum ersten Weltcuprennen am Arber 1975/76 auf dem Großen Arber.

Das erste Weltcup Rennen in einem Mittelgebirge, und das in einem Land mit Hochgebirge, war eine Weltsensation. Eine aufopfernde Arbeit aller Helfer bei zunächst widrigsten Wetterverhältnissen wurde mit einer Top-Veranstaltung belohnt. Strahlender Sonnenschein vom tiefblauen Himmel bei Temperaturen von minus 15 Grad und tiefverschneiten Bäumen ließen die etwa 35.000 Zuschauer - die ersten standen um 6 Uhr früh an der Strecke und es waren so viele wie nie mehr in Deutschland - und die vielen Millionen an den Fernsehgeräten in aller Welt ein Skirennen im "Märchenwald" erleben. Kurz vor den Olympischen Winterspielen in Innsbruck konnte ein junger Schwede, Ingemar Stenmark, gleich darauf Olympiasieger, vor den begeisterten Zuschauern den Arber-Kristall-Pokal in Empfang nehmen.

Damit begann eine Serie von Weltcup- und Europacup-Rennen am Großen Arber, die heute schon zur Tradition geworden sind und deren Siegerliste so berühmte Namen wie Ingemar Stenmark (3x), Maria Walliser (SUI, 2x), Maria Epple (GER, 2x), Erika Hess (SUI), Hanni Wenzel (LIE), Tamara Mc Kinney (USA) und Anita Wachter (AUT) aufweist.

Ein perfektes Organisationsteam mit Harald Haase an der Spitze, mit viel Fleiß und Liebe arbeitende Helfer aus allen Bereichen, stets viele begeisterte Zuschauer und ein optimales Gelände am Großen Arber, lassen diese Weltcuprennen immer wieder zu einem großen Ereignis für das gesamte ArberLand werden.