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Naturschutz und Freizeitnutzung auf einem Blatt

Vorstellung der ersten Alpenvereinskarte für ein Mittelgebirge

„Bayerischer Wald – Arberregion, Kaitersberg, Osser“

Johann Sehner - Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV), Johannes Matt –Arbergebietsbetreuer vom Naturpark Bayerischer Wald, Manfred Scheuermann, Ernst Schick (beide DAV), LDBV-Präsident Wolfgang Bauer, Thomas Liebl von der Arber-Bergbahn

Aus einer sehr engen Zusammenarbeit zwischen Deutschen Alpenverein (DAV), Bayerisches Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV) und weiteren lokalen Kooperationspartnern ging die erste Alpenvereinskarte für ein deutsches Mittelgebirge hervor. Diese wurde kürzlich auf dem Großen Arber offiziell präsentiert. Ziel der Karte ist es, Naturgenuss und Naturschutz in Einklang zu bringen.

„Durch die Lenkung der Besucher auf attraktiven Routen unterstützen wir eine naturverträgliche Freizeitnutzung im Bayerischen Wald ebenso wie den Erhalt von Lebensräumen für Wildtiere. Es geht uns um die Vereinbarkeit von Freizeitspaß und Naturschutz, und ich hoffe, dass wir damit Erfolg haben“, sagte Ernst Schick, Vorsitzender der DAV-Sektion Straubing.
Manfred Scheuermann von der DAV-Geschäftsstelle in München erläuterte den Hintergrund und die Entstehung der Karte. „Der DAV setzt sich seit vielen Jahren im Alpenraum mit den Projekten „Skibergsteigen umweltfreundlich“ und „Natürlich auf Tour“ für eine nachhaltige Freizeitnutzung ein. Gemeinsam bedankten sie sich bei allen, die an der Erstellung der Karte mitgewirkt haben.

In zwei Gesprächsrunden mit den betreffenden Touristinformationen der Gemeinden, dem Haus Hohenzollern, den Bayerischen Staatsforsten, den Gebietsbetreuern des Naturparks Oberer Bayerischer Wald und Naturparks Bayerischer Wald, sowie den zuständigen Fachbehörden wurden die Inhalte der Karte abgestimmt. „Die Einhaltung der in der Karte markierten Wege, Ski- und Schneeschuhrouten, vor allem in der Zeit vom 1. November bis 30. Juni, hilft das Auerhuhn zu schützen“, erläuterte Johannes Matt, Gebietsbetreuer für die Arberregion des Naturparks Bayerischer Wald. „Die Karte sei für Urlaubsgäste und Einheimische eine Bereicherung und sorge dafür, dass der Naturschutz in der Region weiter gestärkt werde“, meinte stellvertretender Landrat des Landkreises Regen Erich Muhr.

Zu Sprache kam auch das Skitourengehen im Bereich der Skipisten. Hier gibt es ganz klare Regeln der Arber-Bergbahn, welche in einer Verordnung der Gemeinde Bayerisch Eisenstein festgeschrieben und auch auf der DAV-Karte erläutert sind. Da zur Präparierung der Skipisten Seilwinden-Pistenraupen im Einsatz sind und Lebensgefahr besteht, sind nach 16.30 Uhr alle Pisten gesperrt. Über die Piste G „Osthang-Verlängerung“ ist Aufstieg und Abfahrt mit Schneeschuhen oder Skitourenausrüstung täglich bis 22 Uhr möglich. Thomas Liebl von der Arber-Bergbahn führte aus, dass Skitourengeher bei Einhaltung dieser Regeln am Arber herzlich willkommen sind.

Wolfgang Bauer, Präsident des LDBV, hob die gute langjährige Zusammenarbeit mit dem DAV hervor und führte aus „dass sich auch in Zeiten der Digitalisierung gedruckte Karten weiterhin guten Absatz erfreuen. Die Wanderer möchten einen guten Überblick über das Gebiet gewinnen und nicht nur am Smartphone einen kleinen Ausschnitt mit ihrem aktuellen Standort einsehen können“. Zudem überbrachte er Grüße von Finanz- und Heimatminister Albert Füracker, der die neue DAV-Karte als „unentbehrlichen Ratgeber für einen Ausflug in unsere schöne Heimat“ bezeichnete. Johann Sehner vom LDBV erläuterte die Arbeit der Einblick Gebietstopographen des LDBV und dass Luftbildaufnahmen und Laser-Scanning eingesetzt werden, um möglichst detaillierte und aktuelle Daten für das Kartenmaterial zu haben.

Der Blattschnitt der DAV-Karte im Maßstab 1:25.000 umfasst neben dem Arbergebiet im Mittelpunkt die Berge Kaitersberg, Osser und Silberberg. Erhältlich ist die Karte im Buchhandel, in den örtlichen Touristinfos und Naturpark-Infostellen oder im DAV-Shop.